Warum Unternehmen überhaupt nach einer Alternative suchen
In den Gesprächen, die wir führen, tauchen fast immer dieselben drei Gründe auf — und interessanterweise steht der Datenschutz selten ganz vorn.
Erstens die Kostenkurve. Ein Abo pro Nutzer und Monat wirkt klein, solange das Team klein ist. Es wächst aber genau dann, wenn ohnehin alles teurer wird: bei Einstellungen. Und es endet nie. Nach fünf Jahren haben Sie einen Betrag gezahlt, der bei vielen Betrieben in der Größenordnung einer kompletten eigenen Serverinfrastruktur liegt — und besitzen davon nichts.
Zweitens die Streuung. Kaum ein Betrieb hat nur Microsoft 365. Dazu kommen ein Buchhaltungstool, ein CRM, ein Cloudspeicher, ein Backup-Dienst, ein Newsletter-Tool, Domains, Lizenzen. Jedes für sich günstig, in Summe ein vierstelliger Monatsbetrag, den niemand mehr vollständig überblickt.
Drittens die Abhängigkeit. Preise, Funktionsumfang und Vertragsbedingungen ändern sich, ohne dass Sie mitreden. Wer einmal erlebt hat, wie ein Anbieter ein Feature in ein teureres Paket verschiebt, denkt anders über Mietsoftware.
Microsoft 365 ist ein gutes Produkt. Wenn Ihr Team stark auf Teams, Excel-Makros und SharePoint-Workflows aufgebaut ist, ist ein Komplettwechsel oft der falsche Weg. Sinnvoller ist dann, die teuren Randbereiche abzulösen — Speicher, Backup, Dokumentenablage, Buchhaltungs-Vorstufe — und die Office-Lizenzen zu behalten. Auch das senkt die Rechnung deutlich.
Was eine Alternative abdecken muss
Bevor Sie Produkte vergleichen, lohnt eine nüchterne Liste dessen, was Microsoft 365 in Ihrem Betrieb tatsächlich leistet. Meist ist es weniger, als die Lizenz enthält:
- E-Mail unter eigener Domain — inklusive Kalender und Kontakten, synchron auf Handy und Rechner.
- Dateien — gemeinsame Ablage, Freigaben nach außen, Versionierung.
- Dokumente bearbeiten — Text, Tabelle, Präsentation, oft im Browser.
- Backup — und zwar eines, das jemand regelmäßig prüft.
- Zugriffsrechte — wer darf was sehen, und was passiert beim Austritt eines Mitarbeiters.
Alles darüber hinaus — Chat, Video, Automatisierungen, CRM — ist in vielen Betrieben entweder ungenutzt oder wird ohnehin über ein anderes Tool erledigt. Genau dort liegt das Einsparpotenzial.
Die drei realistischen Wege aus dem Abo
Weg 1: Anbieterwechsel in die europäische Cloud
Sie mieten weiter, aber bei einem europäischen Anbieter. Der Aufwand ist gering, die laufenden Kosten sinken meist moderat, die Abhängigkeit bleibt. Für sehr kleine Teams ohne IT-Ambition oft die vernünftigste Wahl.
Weg 2: Hybrid — Kern im Haus, Rest gemietet
Die Daten, die Ihnen wehtun würden, liegen bei Ihnen: Belege, Verträge, Kundendaten, Projektablage, Backup. Was von Reichweite und weltweiter Erreichbarkeit lebt — Ihre Website etwa — bleibt in der Cloud. Das ist der Weg, den wir bei den meisten Betrieben empfehlen, weil er den größten Teil der Ersparnis mitnimmt, ohne dass jemand Angst haben muss.
Weg 3: Vollständig im eigenen Haus
E-Mail, Dateien, Website, Buchhaltungsvorstufe, Backup — alles auf einer Maschine, die Ihnen gehört. Maximale Kontrolle, maximale Ersparnis auf Sicht, aber Sie brauchen jemanden, der die Maschine im Auge behält. Genau diesen Teil übernehmen wir beim Aufbau und geben ihn dann an Ihr Team ab.
Kostenvergleich: Miete gegen Eigentum
Die entscheidende Zahl ist nicht der Monatspreis, sondern der Zeitpunkt, an dem sich der Kauf amortisiert. Der hängt fast nur an der Nutzerzahl. Ein vereinfachtes Rechenbeispiel — setzen Sie Ihre eigenen Zahlen ein:
| Ihre Situation | Miete über 5 Jahre | SHServer, Anschaffung |
|---|---|---|
| 10 Nutzer, Abos gesamt 250 €/Monat | 15.000 € | ab 5.000 € (Größe S) |
| 25 Nutzer, Abos gesamt 600 €/Monat | 36.000 € | ab 9.500 € (Größe M) |
| 60 Nutzer, Abos gesamt 1.400 €/Monat | 84.000 € | ab 18.500 € (Größe L) |
Die Mietspalte enthält bewusst alle laufenden Positionen, nicht nur die Office-Lizenz — also auch Cloudspeicher, Backup-Dienst, CRM und Hosting. Genau so summiert es sich in der Buchhaltung ja auch.
Strom, Hardware-Ersatz nach einigen Jahren und die Betreuung, falls Sie sie dazubuchen. Wartung, Updates und Support gibt es bei uns als monatlichen Vertrag, gestaffelt nach Größe — freiwillig, jederzeit kündbar, und der Server bleibt auch danach Ihrer. Wer selbst pflegt, zahlt nur Strom. Rechnen Sie Ihre Variante im Kostenrechner durch, dort sind beide Wege hinterlegt.
Der größere Hebel liegt ohnehin nicht bei den Abos, sondern bei der Arbeitszeit, die durch automatisierte Abläufe frei wird.
Was der Wechsel praktisch bedeutet
Die häufigste Sorge ist nicht die Technik, sondern der Stillstand: Läuft während der Umstellung die E-Mail weiter? Ja — wenn man in der richtigen Reihenfolge arbeitet.
- Bestandsaufnahme. Welche Dienste laufen, wer nutzt was, wo liegen welche Daten. Meist tauchen dabei zwei bis drei Abos auf, die seit Jahren niemand mehr braucht.
- Server aufbauen und einrichten. Parallel zum laufenden Betrieb, ohne dass jemand etwas merkt.
- Daten spiegeln. Postfächer und Dateien werden kopiert, nicht verschoben — der alte Stand bleibt bis zum Schluss intakt.
- Umschalten. Die eigentliche Umstellung dauert Stunden, nicht Tage. Gleiche E-Mail-Adressen, gleiche Domain.
- Schulung. Ihr Team lernt die neue Oberfläche, bevor es sie braucht — nicht danach.
- Alte Abos kündigen. Erst wenn der neue Stand nachweislich vollständig ist. Diesen Schritt vergisst man erstaunlich oft.
Wir machen den Umzug als Dienstleistung, aber wir schreiben ihn niemandem vor. Wenn Ihre IT das selbst übernehmen will, liefern wir die Maschine eingerichtet und halten uns raus.
Wann Sie besser bei Microsoft 365 bleiben
Es gibt Fälle, in denen wir aktiv abraten:
- Sehr kleine Teams unter etwa fünf Personen. Da rechnet sich eine eigene Maschine selten, außer es geht Ihnen ausdrücklich um die Kontrolle über die Daten.
- Tiefe Bindung an das Ökosystem. Wenn zentrale Abläufe in Power Automate, SharePoint-Workflows oder gewachsenen Excel-Konstrukten stecken, ist die Migration teurer als das Abo.
- Kein fester Standort. Ein Server braucht einen Ort mit Strom, Netz und einer abschließbaren Tür.
- Niemand, der zuständig sein will. Eigentum heißt Verantwortung. Wir schulen und begleiten, aber jemand bei Ihnen muss die Sache annehmen.
In den ersten beiden Fällen ist der Hybrid-Weg meist trotzdem interessant: Sie behalten die Lizenzen und holen sich nur Ablage, Backup und Belegverarbeitung ins Haus.
Häufige Fragen
Behalten wir unsere E-Mail-Adressen beim Wechsel?
Ja. Die Adressen hängen an Ihrer Domain, nicht am Anbieter. Wir richten die Postfächer auf Ihrem Server ein, spiegeln den vorhandenen Bestand und schalten dann die Zustellung um. Für Ihre Kunden ändert sich nichts.
Ist ein eigener Server automatisch DSGVO-konform?
Nein, und das behauptet auch niemand seriös. Ein eigener Server beseitigt die Frage der Drittlandübermittlung, weil die Daten Ihr Haus nicht verlassen. Die übrigen Pflichten — Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten, technische und organisatorische Maßnahmen, Löschkonzept, Zugriffsrechte — bleiben bestehen. Wir richten die technische Seite sauber ein; die rechtliche Bewertung gehört zu Ihrem Datenschutzbeauftragten.
Was passiert, wenn die Hardware ausfällt?
Jede Nacht läuft ein vollständiges lokales Backup, zusätzlich geht eine kleine verschlüsselte Sicherung außer Haus. In der Größe L ist ein zweites Gerät für Redundanz vorgesehen; bei kleineren Größen lässt es sich nachrüsten. Ein Ausfall kostet Sie dann Stunden, keine Daten.
Können wir Office weiter nutzen?
Ja. Die Dateiformate bleiben dieselben, und Sie können vorhandene Office-Lizenzen weiterverwenden, während Ablage, Backup und E-Mail schon auf Ihrem Server laufen. Viele Betriebe gehen genau diesen Zwischenschritt.
Wie lange dauert die Umstellung?
Vom ersten Gespräch bis zum Umschalten liegen bei einem Betrieb mit zehn bis fünfzig Nutzern in der Regel wenige Wochen, wovon der Großteil Vorbereitung im Hintergrund ist. Der Tag der Umstellung selbst ist für Ihr Team meist unspektakulär.